Posted: 2026-07-09 08:33:57

Hauptzollamt Duisburg

HZA-DU: Illegale Waffen, hohe Bargeldbeträge und gefälschte Pässe - Hauptbeschuldigter nach 10-jähriger Flucht gefasst - Internationaler Haftbefehl führt zum Erfolg

Duisburg; Essen; Oberhausen; Mülheim a. d. Ruhr; Kreis Kleve; Kreis Wesel (ots)

In einem 12 Jahre alten Ermittlungsverfahren des Hauptzollamts Duisburg (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) wurde nun der Hauptbeschuldigte nach 10-jähriger Flucht gefasst und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.

Dank eines europäischen Haftbefehls kam es im Juni 2026 zur Festnahme am Londoner Flughafen Heathrow. Selbst eine Vornamensänderung des Beschuldigten in der Türkei konnte dies nicht verhindern. Mitte Juni 2026 erfolgte dann die Überführung nach Deutschland, wo die damaligen Ermittler der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls den altbekannten Beschuldigten im Empfang nahmen.

Im Zentrum der damaligen Ermittlungen stand eine gewerbsmäßige Bande, die dringend tatverdächtig war, über mehrere Jahre Firmen aus der Bau-, Gerüstbau und Gebäudereinigungsbranche mit Schein- bzw. Abdeckrechnungen ausgestattet und über "Kick-Back-Zahlungen" mit Schwarzgeld und verdeckten Gewinnentnahmen versorgt zu haben. Ferner besteht der Verdacht, dass die Kunden dieser "Geldwäscheanlage" auf diese illegale Weise Beiträge zur Sozialversicherung, Lohnsteuer sowie Sozialkassenbeiträge gespart haben sollen. Mindestens 30 Millionen Euro könnten so durch die Hände der Bande geflossen sein.

Höhepunkt der Ermittlungen waren damals bundesweite Durchsuchungsmaßnahmen mit rund 400 Einsatzkräften der FKS und Spezialeinheiteneinsatz an einer Vielzahl an Geschäftsräumen und Privatwohnungen. Der Hauptbeschuldigte konnte durch Spezialeinsatzkräfte des Zolls festgenommen werden. In seiner Wohnung fanden die Beamten hohe Bargeldbeträge, gefälschte Pässe sowie eine Pistole mit zwei Magazinen. Auch bei weiteren Beschuldigten wurden illegale Waffen und Bargeld gefunden. Die ganze Pressemitteilung aus dem Jahr 2016 ist nachstehend aufgeführt.

Nach zweimonatiger Untersuchungshaft wurde der Haftbefehl damals unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Dies nutzte der Hauptbeschuldigte und befand sich seitdem auf der Flucht. Nach der erneuten Festnahme und Überführung nach Deutschland wurde die weitere Untersuchungshaft angeordnet. Der Hauptbeschuldigte wartet nun auf die Hauptverhandlung vor dem Landgericht Bochum.

Zusatzinformation:

Pressemitteilung des Hauptzollamts Duisburg vom 06.01.2016: Erfolgreicher Schlag gegen organisierte Kriminalität Zollverwaltung, Steuerfahndung und Spezialkräfte der Landespolizei gemeinsam im Einsatz

Im Auftrag der Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität Bochum gelang am frühen Morgen des 28.10.2015 den federführenden Einsatzkräften der Hauptzollämter Duisburg und Bielefeld ein Schlag gegen organisierte Schwarzarbeit. Mit der bundesweiten Unterstützung von sechzehn Hauptzollämtern, der Bundesfinanzdirektion West, dem Zollkriminalamt, der Steuerfahndung und Spezialkräften der Landespolizei NRW, durchsuchten u.a. rund 400 Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit eine Vielzahl an Geschäftsräumen, Privatwohnungen und Steuerberater-Kanzleien.

Im Zentrum der Ermittlungen stand eine gewerbsmäßige Bande, die dringend tatverdächtig war, seit mehreren Jahren vorrangig Firmen aus der Bau-, Gerüstbau- und Gebäudereinigungsbranche mit Schein- bzw. Abdeckrechnungen versorgt, über "Kick-Back-Zahlungen" mit Schwarzgeld für Schwarzlohnzahlungen und verdeckte Gewinnentnahmen versorgt zu haben. Die Kunden dieser "Geldwaschanlage" sparten sich auf diese illegale Weise Beiträge zur Sozialversicherung, Lohnsteuer sowie Sozialkassenbeiträge und machten aus den eingebuchten Rechnungen Vorsteuern gegenüber dem Finanzamt geltend. Nach ersten Ergebnissen flossen mindestens 30 Mio. Euro durch die Hände der Bande, die sich ihre Dienstleistung gut bezahlen ließen.

Um Rückschlüsse auf ihre Personen zu vermeiden, gründeten die Beschuldigten über ein Dutzend GmbH'en und verwendeten hierbei regelmäßig gefälschte EU-Pässe.

Der Hauptverdächtige konnte durch Spezialeinsatzkräfte der Zentralen Unterstützungs-gruppe Zoll (ZUZ) festgenommen werden. In seiner Wohnung fanden die Beamten bei der Durchsuchung hohe Bargeldbeträge, gefälschte Pässe sowie eine Pistole mit zwei Magazinen. Auch bei weiteren Beschuldigten wurden illegale Waffen und Bargeld aufgefunden. Drei Bandenmitglieder wurden ebenfalls in Untersuchungshaft genommen.

Dem Großeinsatz, der unter dem Namen "BAO Windmühle" stattfand, waren fast 12 Monate verdeckte Ermittlungsarbeit vorausgegangen. Die Auswertung der zahlreich beschlagnahmten Asservate dauert an.

Rückfragen bitte an:

Hauptzollamt Duisburg
Pressestelle
Telefon: 0203 / 6048 - 1661, - 1531
E-Mail: presse.hza-duisburg@zoll.bund.de
www.zoll.de

Original-Content von: Hauptzollamt Duisburg, übermittelt durch news aktuell

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