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Posted:
2026-08-28 12:40:33
Original link:
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/65854/6341787
Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein
Siegen (ots)
Wie kann man Großveranstaltungen möglichst sicher machen? Diese Frage gewinnt in Deutschland seit Jahren an Bedeutung. Nach der Amok-Fahrt vor wenigen Wochen beim Christopher Street Day in Berlin hat das Thema zusätzliche Aktualität bekommen. Und auch in Siegen gab es leider schon einen dramatischen Zwischenfall, als 2024 eine Frau einem Bus zum Stadtfest sechs Menschen mit einem Messer angegriffen und zum Teil lebensgefährlich verletzt hat.
Das alles ist den Verantwortlichen der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein und der Stadt Siegen sehr präsent, wenn es um die Planungen der Sicherheitsmaßnahmen für das diesjährigen Stadtfest in Siegen geht. Zu dem werden wieder bis zu 100.000 Besucherinnen und Besucher an den drei Veranstaltungstagen erwartet.
Herbert Reul, Innenminister des Landes NRW, hatte bereits kurz nach dem Anschlag in Berlin angekündigt, was seitdem gilt: "Starke Präsenz, noch mehr Aufmerksamkeit, alle Schutzmaßnahmen prüfen, anpassen, und wenn es sein muss, nachsteuern." Das betont auch Landrat Andreas Müller, zugleich Leiter der Kreispolizeibehörde: "Wir werden uns durch mögliche Attentäter keinesfalls unsere offene und freie Lebensweise und auch nicht fröhliches Feiern zerstören lassen. Deshalb versuchen wir alle gemeinsam, Veranstaltungen, so gut es geht, abzusichern - eben auch das Siegener Stadtfest."
Bereits nach der Messerattacke vor zwei Jahren sind die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden. So wurde die Zahl der eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten im vergangenen Jahr im Vergleich zu den Vorjahren deutlich erhöht.
"Waffen und Messer dürfen inzwischen auf öffentlichen Veranstaltungen wie Volksfesten und Märkten ohnehin nicht mehr mitgeführt werden. Dieses Verbot gilt damit auch für das Siegener Stadtfest", erläutert Andreas Müller: "Das ist im Waffengesetz festgelegt, das Ende 2024 novelliert worden ist." Deshalb müssen Veranstalter auch nicht ausdrücklich ein Waffen- und Messertrageverbot anordnen. Die Einsatzkräfte können bereits aufgrund der neuen Gesetzeslage zielgerichtet ihr Augenmerk auf entsprechend Gegenstände richten. Kurz vor Beginn des Stadtfestes haben sich am heutigen Freitagmorgen Bürgermeister Tristan Vitt, Landrat Andreas Müller und der Abteilungsleiter der Polizei, Leitender Polizeidirektor Klaus Bunse, vor Ort in der Siegener Innenstadt einen Überblick über das aktuelle Lagebild verschafft.
Andreas Müller: "Im vergangenen Jahr haben wir mit unseren Sicherheitsvorkehrungen und der hohen Zahl von Einsatzkräften sehr gute Erfahrungen gemacht. Daher werden wir diese, auch vor dem Hintergrund der Amoktat in Berlin und der Messerattacke vor zwei Jahren in Siegen, beibehalten - beziehungsweise den Personaleinsatz sogar noch einmal leicht erhöhen. Bereits im Vorfeld haben wir die Erarbeitung des diesjährigen Sicherheitskonzepts unterstützt, sodass wir gemeinsam gut für die nächsten Tage gerüstet sind. Auch wenn ich natürlich betonen muss, dass es bei Veranstaltungen in dieser Größenordnung immer eine abstrakte Gefährdungslage gibt; absolute Sicherheit kann niemand garantieren."
Bürgermeister Tristan Vitt betonte, dass die Stadt Siegen gut aufgestellt sei und gesteigerte Sicherheitsanforderungen umgesetzt habe: "Stadt, Polizei, Sicherheitsdienst und weitere beteiligte Kräfte stehen während des gesamten Veranstaltungswochenendes in kontinuierlichem Austausch. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören unter anderem Kontrollen durch den Sicherheitsdienst, die Videoüberwachung von Straßen und Plätzen sowie die Sicherung von Zufahrten durch geeignete Absperrungen. Zusätzlich verfügt die Stadt Siegen bereits über eigene sogenannte ,Terrorsperren'. Wie im Vorjahr werden darüber hinaus weitere zusätzliche Sperren angemietet. Zudem hat die Stadt Siegen ihren Bestand an zertifizierten technischen Sperren in 2026 nochmals um weitere Systeme erweitert, die allesamt zum Einsatz kommen werden."
Klaus Bunse, Abteilungsleiter der Kreispolizei Siegen-Wittgenstein ergänzt: "An allen drei Veranstaltungstagen sind wir mit vielen Kolleginnen und Kollegen vor Ort - und damit auch für die Stadtfestbesucherinnen und -besucher ansprechbar. Gerade mit Blick auf Schwerpunktzeiten haben wir die Personalplanung noch einmal angepasst. Unsere Kolleginnen und Kollegen sind auf dem Veranstaltungsgelände und im 'Treffpunktes Sicherheit' beim Café Extrablatt in der Bahnhofstraße ansprechbar."
Auf die zusätzliche Besetzung der Anlaufstelle Sicherheit am ZOB wird dagegen am Stadtfestwochenende bewusst verzichtet, damit mehr Personal auf dem Veranstaltungsgelände Streife gehen kann. Dabei wird die Polizei bis einschließlich Sonntagabend sowohl mit uniformierten als auch mit zivilen Kräften in der Siegener Unter- und Oberstadt unterwegs sein. Der Treffpunkt Sicherheit (Bahnhofstraße) wird heute (28.08.2026) bis voraussichtlich 02:00 Uhr, Samstag (29.08.2026) von 11:00 Uhr bis voraussichtlich 02:00 Uhr und Sonntag (30.08.2026) von 11:00 Uhr bis voraussichtlich 20:00 Uhr besetzt sein.
Rückfragen bitte an:
Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0271 - 7099 1222
E-Mail: pressestelle.siegen-wittgenstein@polizei.nrw.de
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