Posted: 2026-09-14 20:50:29

Feuerwehr Herdecke

Herdecke (ots)

Die Feuerwehr Herdecke hat den umfangreichen Einsatz bei einem Recyclingbetrieb im Gewerbegebiet Loerfeld an der Nierfeldstraße nach intensiven Lösch- und Kontrollmaßnahmen beendet. Über 21 Stunden waren Einsatzkräfte der Feuerwehr Herdecke seit 0:28 Uhr gemeinsam mit zahlreichen überörtlichen Kräften im Einsatz.

Der Brand hatte sich insbesondere auf das in einer Halle gelagerte Material ausgebreitet. Insgesamt waren rund ca. 900 Quadratmeter Hallenfläche vom Brandgeschehen betroffen. Bei Eintreffen brannte es in voller Ausdehnung. Zweimal drohte sogar eine Rauchgasdurchzündung. Nach der Erstbrandbekämpfung zeigte sich die weitere Brandbekämpfung und das Freilegen von Glutnestern als aufwendig und personalintensiv. Das Brandgut musste mit Baggern freigelegt, kontrolliert aus der Halle herausgefahren und anschließend gezielt mit Wasser und Schaum als Netzmittel abgelöscht werden. Dabei unterstützten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens die Einsatzkräfte tatkräftig.

Zur Brandbekämpfung wurden Strahlrohre und Wasserwerfer eingesetzt. Zusätzlich kamen unter anderem zwei Hochleistungslüfter des Ennepe-Ruhr-Kreises zum Einsatz. Der vorhandene Rauch- und Wärmeabzug der Halle wurde frühzeitig aktiviert, um den Rauch kontrolliert aus dem Gebäude abzuführen. Ergänzend wurde eine Drohne mit Wärmebildkamera eingesetzt, um Glut- und Brandstellen gezielt aufzuspüren.

Umfangreiche überörtliche Unterstützung

Insgesamt waren sieben Feuerwehren aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis sowie die Feuerwehren aus Hagen und Dortmund an dem Einsatz beteiligt. In der Spitze befanden sich rund 170 Einsatzkräfte gleichzeitig an der Einsatzstelle.

Der Einsatz wurde über den Einsatzleitwagen 2 des Ennepe-Ruhr-Kreises geführt. Aufgrund der langen Einsatzdauer wurde die Einsatzleitung im Schichtbetrieb besetzt. Jan Möller, diensthabender Einsatzführungsdienst und stellv. Leiter der Feuerwehr, übergab im weiteren Verlauf am frühen Morgen die Einsatzleitung an den stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Herdecke, Christian Arndt bis zum Mittag. Anschließend übernahm der Leiter der Feuerwehr Herdecke, Michael Tillmanns, bevor am Abend Brandoberinspektor Fabian Westerhoff die Einsatzleitung abschließend übernahm.

Kreisbrandmeister Martin Weber unterstützte die Einsatzmaßnahmen über einen längeren Zeitraum bis in den Tagesverlauf hinein. Zur Sicherstellung des Grundschutzes für das Stadtgebiet wurden während des laufenden Einsatzes Kräfte der Feuerwehren Sprockhövel und Witten an der Feuerwache Herdecke eingesetzt. Am Tag ergänzte der Tagesdienst der Feuerwehr Herdecke.

Unterstützung durch THW, Hilfsorganisationen und Stadt

Auch das Technische Hilfswerk unterstützte die Einsatzleitung. Ein Baufachberater des THW beriet die Einsatzleitung hinsichtlich der statischen Situation der durch den Brand erheblich beschädigten Halle. Während der Nacht wurde die Einsatzstelle zudem durch das THW umfangreich ausgeleuchtet.

Der nahe Betriebshof der Stadt Herdecke diente als Logistik- und Versorgungsstützpunkt. Die Johanniter-Unfall-Hilfe stellte dort die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und warmen Speisen sicher. Mitarbeiter des Betriebshofes unterstützten die Feuerwehr darüber hinaus während des gesamten Einsatzes.

Das Ordnungsamt sperrte die Nierfeldstraße und die angrenzenden Verkehrsbereiche weiträumig ab. Leider mussten die Einsatzkräfte wiederholt feststellen, dass Verkehrsteilnehmer bestehende Absperrungen missachteten und teilweise trotz der laufenden Einsatzmaßnahmen den Recyclinghof anfahren wollten.

Wasserversorgung als besondere Herausforderung

Insbesondere während der Nacht stellte die Löschwasserversorgung eine besondere Herausforderung dar. Hierfür wurde ein eigener Einsatzabschnitt eingerichtet. Nach Abstimmung mit dem Energieversorger konnte die Wasserversorgung zusätzlich über den Bereich der Dortmunder Landstraße sichergestellt werden.

Insgesamt wurden vier Einsatzabschnitte mit entsprechenden Unterabschnitten gebildet. In regelmäßigen Lagebesprechungen wurden die Abschnittsleitungen und weiteren Verantwortlichen fortlaufend über die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen informiert.

Schadstoffmessungen ohne auffällige Belastungen

Während der Nacht und im weiteren Tagesverlauf wurden aufgrund der Rauchentwicklung umfangreiche Schadstoffmessungen im Stadtgebiet durchgeführt. Hierzu waren unter anderem Messfahrzeuge des Ennepe-Ruhr-Kreises, der Feuerwehr Hagen sowie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK NRW) im Einsatz. Die Einsatzkräfte gingen dabei auch gezielt Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Nach den vorliegenden Messergebnissen konnten keine auffälligen Schadstoffbelastungen in der Umgebungsluft festgestellt werden.

Aufgrund der anfänglichen Rauchentwicklung wurde bereits in der Nacht frühzeitig eine Warnung über NINA veröffentlicht. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten.

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung wurden zudem vorsorgliche Maßnahmen für Einrichtungen im Stadtgebiet getroffen. Zwei Kindertagesstätten konnten aufgrund der Einsatzlage nicht betrieben werden. Die Grundschule Schraberg wurde vorsorglich überprüft. Nach der Überprüfung war ein Unterricht innerhalb des Gebäudes möglich.

Behörden eng eingebunden

Vertreter der Unteren Wasserbehörde sowie der Bezirksregierung Arnsberg verschafften sich vor Ort einen Überblick über die Einsatzmaßnahmen und die Situation an der Einsatzstelle.

Auch die Stadtverwaltung war eng in die Lagebewertung eingebunden. Bürgermeisterin Iris Stalzer informierte sich bereits während der Nacht und am Abend persönlich an der Einsatzstelle über die Situation. Sie dankte den überwiegend ehrenamtlichen Kräften für die unermüdliche Arbeit. Im weiteren Verlauf waren ebenfalls die Leitung des Ordnungsamtes sowie Rechtsdezernent Dr. Lars Heismann vor Ort.

Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Angaben zur Brandursache können seitens der Feuerwehr derzeit nicht gemacht werden. Eine Bewertung des entstandenen Sachschadens ist durch die Feuerwehr ebenfalls nicht möglich.

Erheblicher Schaden und statische Gefahren an der Halle

Durch den Großbrand wurde die rund 900 Quadratmeter große betroffene Halle insbesondere im Dachbereich erheblich beschädigt. Aufgrund der Schäden bestand in Teilbereichen der Halle Einsturzgefahr. Der Gefahrenbereich wurde deshalb weiträumig abgesperrt und durfte nicht betreten werden. Vorsorglich musste am Abend auch die Loerfeldstraße gesperrt werden, da nicht auszuschließen war, dass Teile der beschädigten Dachkonstruktion auf die Straße fallen könnten. Ein Baufachberater des Technischen Hilfswerks unterstützte die Einsatzleitung bei der Beurteilung der statischen Situation.

Durch das konsequente Freilegen und Herausfahren des Brandgutes konnten die Einsatzkräfte die Brand- und Glutbereiche nach und nach gezielt abarbeiten. Die enge Zusammenarbeit mit dem Betreiber und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens unterstützte diesen Prozess wesentlich.

Einsatz erfolgreich abgearbeitet

Der Einsatz konnte trotz der erheblichen Ausdehnung des Brandes, der langen Einsatzdauer und der besonderen Anforderungen an die Brandbekämpfung routiniert und effektiv abgearbeitet werden. Die Leitung der Feuerwehr Herdecke bedankt sich ausdrücklich bei allen eingesetzten Feuerwehren und den überörtlichen Einsatzkräften, dem Ennepe-Ruhr-Kreis, der Feuerwehr Hagen und der Feuerwehr Dortmund sowie dem Technischen Hilfswerk, der Hilfsorganisation Johanniter, der Kreisfeuerwehrzentrale, der Leitstelle, den beteiligten Behörden und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Herdecke für die hervorragende Zusammenarbeit.

Besonders lobenswert war auch die Zusammenarbeit mit dem betroffenen Unternehmen AHE. Ein besonderer Dank gilt auch Geschäftsführer Herrn Einig für die jederzeit konstruktive und tatkräftige Unterstützung der Einsatzmaßnahmen. Das Unternehmen stellt für die Nacht vorsorglich eine Brandwache.

Das gute Zusammenspiel aller beteiligten Kräfte haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Großbrand nach und nach unter Kontrolle gebracht und der Einsatz erfolgreich beendet werden konnte.

Der Einsatz wurde um 21:45 Uhr beendet.

Eine Kameradin wurde ambulant vom Rettungsdienst an der Einsatzstelle behandelt und konnte den Einsatz nicht fortsetzen. Sonst kamen keine Personen zu schaden.

Rückfragen bitte an:

Feuerwehr Herdecke
stv. Leiter der Feuerwehr, Pressestelle
Christian Arndt
Telefon: +49 (0)163 86 11 240
E-Mail: christian.arndt@feuerwehr-herdecke.de
www.feuerwehr-herdecke.de

Original-Content von: Feuerwehr Herdecke, übermittelt durch news aktuell

  • 0 Comment(s)
Be the first person to like this.