Posted: 2026-01-01 02:28:12

Polizei Hamburg

Hamburg (ots)

Anlässlich der Feierlichkeiten zum Jahreswechsel 2025/2026 war die Polizei Hamburg mit einem starken Kräfteaufgebot im Einsatz. Auf Basis der bislang vorliegenden Erkenntnisse bilanziert die Polizei insgesamt einen weitestgehend silvestertypischen Einsatzverlauf, insbesondere in Steilshoop waren im Verlauf des Abends zeitweise aber umfangreichere Interventionsmaßnahmen erforderlich.

Auch in diesem Jahr feierten an den beliebten Örtlichkeiten mehrere tausend Personen das neue Jahr. Erneut waren die Bereiche rund um die Landungsbrücken und die Binnenalster sowie das Vergnügungsviertel St. Pauli stark frequentiert.

I) Die Feierlichkeiten an den genannten Schwerpunktörtlichkeiten verliefen aus polizeilicher Sicht nach jetzigem Stand wie folgt:

Landungsbrücken:

In der Spitze hielten sich im Bereich der Landungsbrücken mehr als 7.000 Personen auf.

Gegen 21:50 Uhr wurden aus einer größeren Personengruppe heraus pyrotechnische Gegenstände auf Personen geworfen. Verletzt wurde hierbei nach bisherigem Stand niemand. Durch das umgehende Einschreiten von Einsatzkräften konnte die Situation schnell befriedet werden.

Aufgrund der starken Frequentierung der Jan-Fedder-Promenade leiteten Einsatzkräfte ab 23:30 Uhr die Besucherströme in Richtung der seit etwa 22:20 Uhr gesperrten Straßen am nördlichen Hafenrand.

Bereits ab etwa 00:15 Uhr setzten starke Abwanderungen ein.

Innenstadt/Binnenalster:

Rund um die Binnenalster hielten sich in der Spitze etwa 4.000 Personen auf.

Durch Erlass einer Allgemeinverfügung war das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der Zeit vom 31.12.2025, 18:00 Uhr, bis zum 01.01.2026, 01:00 Uhr, rund um die Binnenalster und auf dem Rathausmarkt untersagt worden (siehe auch: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/6175795).

Zudem gilt seit dem 15.12.2024 ein Waffenverbot im Bereich des Alsteranlegers (hierzu siehe: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/5931848).

Der überwiegende Teil der Besucherinnen und Besucher hielt sich an die Allgemeinverfügung.

Vergnügungsviertel St. Pauli/Reeperbahn: Insbesondere nach dem Jahreswechsel war ein starker Zulauf in Richtung St. Pauli zu verzeichnen. In der Spitze hielten sich bis zu 25.000 Menschen im Vergnügungsviertel, schwerpunktmäßig im Bereich Reeperbahn und Große Freiheit, auf.

Parallel fand erstmalig die vom ZDF übertragene Veranstaltung "Silvester in Concert" am Chicagokai in der HafenCity statt. Sie verlief ohne besondere Vorkommnisse.

II) Die Lage im übrigen Stadtgebiet stellte sich nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen exemplarisch wie folgt dar:

Gegen 19:55 Uhr kam es in der Straße Kupferdamm (Farmsen-Berne) zu einem mutmaßlich durch Feuerwerk ausgelösten Brand eines Einfamilienhauses. Verletzt wurde niemand, das Wohnhaus ist vorerst unbewohnbar und wurde als Brandort beschlagnahmt. Das LKA 45 führt die Ermittlungen.

In den Abendstunden zog die Polizei in Zusammenhang mit dem Auftreten mehrerer, zum Teil größerer Personengruppen im Stadtteil Steilshoop, insbesondere im Bereich Fehlinghöhe/Gropiusring/Schreyerring, verstärkt Einsatzkräfte zusammen, nachdem dort pyrotechnische Gegenstände in Richtung von Passantinnen und Passanten, Einsatzkräften sowie Wohnobjekten geworfen beziehungsweise geschossen wurden. Durch die polizeilichen Maßnahmen konnten die Situationen befriedet werden. Im Rahmen dessen wurden mehrere Personen festgestellt und erhielten einen Platzverweis beziehungsweise wurden in Gewahrsam genommen oder festgenommen.

Kurz nach Mitternacht wurden Polizistinnen und Polizisten im Rahmen eines Einsatzes auf einem Supermarktparkplatz am Lüdersring (Lurup) mit Pyrotechnik beschossen. Einsatzkräfte nahmen einen Verursacher vorläufig fest.

Gegen 00:10 Uhr meldeten Passantinnen und Passanten, dass sie in der Kalischerstraße (Harburg) mit Schreckschusswaffen beschossen werden würden. Nur wenig später sollen im Stadtteil St. Pauli aus einer Gruppe von etwa 15 Personen Feuerwerkskörper auf Unbeteiligte geworfen worden sein. In beiden Fällen konnten Einsatzkräfte die Situationen zeitnah befrieden. Rund um die Kalischerstraße konnten seitens der Polizei keine mutmaßlichen Verursacherinnen oder Verursacher identifiziert werden.

Um circa 00:25 Uhr schossen mehrere Personen im Karl-Arnold-Ring (Wilhelmsburg) Feuerwerkskörper auf Einsatzkräfte der Feuerwehr, die dort anlässlich eines Brandes eines Altkleidercontainers eingesetzt waren. Umgehend entsandte Polizistinnen und Polizisten befriedeten die Situation, sodass die Feuerwehr ihre Löschmaßnahmen einleiten konnte. Ähnliches geschah auch gegen 00:15 Uhr bei einem Löscheinsatz der Feuerwehr am Alten Teichweg (Dulsberg). Umgehend entsandte Einsatzkräfte der Polizei setzten Pfefferspray gegen mehrere Personen ein und nahmen mehrere Störer in Gewahrsam, um der Feuerwehr das Löschen zweier Kleinbrände auf dem Schulhof der Stadtteilschule zu ermöglichen.

Kurz nach 02:00 Uhr entzündeten Unbekannte Gegenstände (unter anderem Absperrbaken) und Unrat in Höhe der Einmündung Budapester Straße/Paulinenstraße. Der Feuerwehr gelang es, den Brand schnell zu löschen, verletzt wurde niemand.

Der weit überwiegende Teil der Hamburgerinnen und Hamburger startete friedlich in das neue Jahr.

Zusätzlich zu den Funkstreifenwagen der Polizeikommissariate war auch die Landesbereitschaftspolizei im Einsatz, zudem erhielt die Polizei Unterstützung aus Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Der zentrale Silvestereinsatz wurde in einer sogenannten Besonderen Aufbauorganisation (BAO) mit rund 1.000 Einsatzkräften bewältigt.

Valide Zahlen zu eingeleiteten Ermittlungsverfahren und getroffenen Maßnahmen lagen zum Zeitpunkt der Fertigung dieser Pressemitteilung noch nicht vor. Mit jetzigem Stand erlitten zehn Einsatzkräfte der Polizei Verletzungen und konnten ihren Dienst nicht fortsetzen.

Dazu Polizeipressesprecher Florian Abbenseth: "Unser Einsatzkonzept ist voll aufgegangen. Die umfangreichen Maßnahmen an den beliebten Silvester-Hotspots der Stadt haben tausenden Menschen wieder einen sicheren Jahreswechsel ermöglicht. Gerade auch das Böllerverbot und das Lichtkonzept am Jungfernstieg haben sich dabei erneut bewährt. Bei entsprechenden Feststellungen wurden relevante Personen und Gruppen im Stadtgebiet niedrigschwellig überprüft und, wo erforderlich, auch konsequent mit polizeilichen Maßnahmen belegt. Zur Gewährleistung der Sicherheit aller haben wir insbesondere in Steilshoop unsere Präsenz am späteren Abend lagebedingt intensiviert. Dort war wegen etlicher Krawallmacher und deren unsachgemäßem Umgang mit Feuerwerkskörpern auch ein robusteres Einschreiten der Einsatzkräfte erforderlich."

Abb./Zim.

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