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Posted:
2026-01-26 19:31:00
Original link:
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/152228/6204465
Minden (ots)
Am Sonntagmorgen, den 25.01., wurde die Feuerwehr Minden um 03:38 Uhr zu einem gemeldeten Brand im Industriegebiet Hahlen Ost gerufen. Bei Eintreffen der ersten Kräfte der Berufsfeuerwehr Minden stand ein Lagerhaus mit den Ausmaßen 25x75 m an der Schumannstraße bereits im Vollbrand. Die Hitzeentwicklung war bereits so stark, dass Fensterscheiben einer angrenzenden Wohnbebauung barsten. Zeitweise wurden die Bewohner mehrerer Bungalows durch die Feuerwehr aufgefordert ihre Häuser zu verlassen. Da schnell klar war, dass sich keine Personen im betroffenen Bereich aufhielten und ein Niederschlagen des Brandes durch einen Innenangriff nicht mehr möglich war, lag der Schwerpunkt der Maßnahmen zunächst auf der Verhinderung der weiteren Schadensausbreitung.
In dieser frühen Phase wurde bereits massiv Unterstützung durch die Einheiten und Sondereinheiten der Freiwilligen Feuerwehr Minden sowie auch Sonderfahrzeuge von Kommunen im Kreisgebiet aber auch darüber hinaus angefordert. Für die Sicherstellung der Wasserversorgung abseits des Hydrantennetzes wurden vier Tanklöschfahrzeuge aus Bad Oeynhausen, Porta Westfalica, Espelkamp, Petershagen und zur Unterstützung der beiden Drehleitern aus Minden wurde die Drehleiter der Feuerwehr Porta Westfalica entsendet. Im Einsatzverlauf waren zudem Einsatzkräfte aus Hüllhorst, Hille und Petershagen zur Ablösung erschöpften Personals zur Stelle. Anfallende Logistikaufgaben wurden von der Feuer- und Rettungswache aus durch die freiwillige Feuerwehr und dienstfreies Personal durchgeführt und koordiniert. Der Grundschutz im Stadtgebiet wurde während der gesamten Zeit durch verschiedene Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr gewährleistet, welche mehrere kleinere Einsätze parallel abarbeiten mussten.
Der Messzug des Kreises Minden-Lübbecke mit einer Messleitung aus Minden übernahm die Aufgabe der Erkundung und Messung von möglichen erhöhten Schadstoffkonzentrationen sowohl im Umfeld der Einsatzstelle als auch im weiteren Verlauf in Windzugrichtung der Rauchwolke. Zur Fachberatung bezüglich möglicher Umweltgefährdungen und zur Unterstützung der Messungen waren weiterhin das Kreisumweltamt, das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW sowie Spezialkräfte der Analytischen Taskforce (ATF) der Feuerwehr Dortmund vor Ort. Für die Dauer der Löscharbeiten wurde für den Ortsteil Hahlen und den Ortsteil Hartum der Gemeinde Hille eine vorsorgliche Warnung ausgesprochen, Fenster und Türen aufgrund der Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung geschlossen zu halten.
Die Maßnahmen unterstützten weiterhin die Drohneneinheit, der Technische Zug inkl. eines Baufachberaters des THW Ortsverein Minden und ein Löschroboter aus dem Kreis Vechta (NI). Letzterer wurde eingesetzt, um wirksame Löscharbeiten im Inneren der Halle durchführen zu können, ohne dass Einsatzkräfte durch herabstürzende Deckenteile gefährdet werden. Probleme bereiteten den Einsatzkräften einerseits die hohe Brandintensität und Rauchentwicklung durch eine große Menge verbrennender Kunststoffe als auch die schlechte Erreichbarkeit der Brandherde. Niedrigen Temperaturen im Außenbereich sorgten für Glätte, frierende Einsatzkräfte uns teilweise eingefrorene Schaummittelbehälter. Abhilfe konnte durch einen Streudienst der städtischen Betriebe und eine umfassende Einsatzstellenverpflegung geschaffen werden. Hier sorgten die Verpflegungsgruppe der Feuerwehr Minden sowie der DRK Ortsverein Minden für eine gute Durchhaltefähigkeit der Einsatzkräfte.
Der Einsatz verlief koordiniert und zügig. Gelöscht wurde von Außen über zwei mobile Wasserwerfer, in Spitze drei Drehleitern und insgesamt sechs Strahlrohren. Über einen massiven Schaumangriff wurde das Feuer zum späten Nachmittag hin soweit unter Kontrolle gebracht, dass mit einem Bagger ab etwa 20 Uhr das Dach abgetragen werden konnte. Die anfallenden Löschwassermengen wurden zum Schutz der Umwelt gesammelt und durch Saugwagen des Abwasserbetriebes Minden abtransportiert. Die Arbeiten an den letzten Brandherden und Glutnester dauerte dann noch etwa bis um vier Uhr am Montagmorgen an. Umliegende Straßen waren bis in die Abendstunden gesperrt.
Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Minden stellten die Brandwache bis zum Montagnachmittag sicher und führten Nachlöscharbeiten durch. Seit den Morgenstunden sind zusätzlich die hauptamtlichen Kräfte mit der Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit und dem Rücktransport von Material beschäftigt.
Zeitweise waren über 220 Einsatzkräfte gleichzeitig im Einsatz. Insgesamt waren etwa 330 Einsatzkräfte von der ersten Alarmierung bis zu den Nachlöscharbeiten beteiligt. Zur Ursache des Einsatzes sowie zu möglichen Sachschäden können zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben gemacht werden.
Bürgermeister Peter Kock, der sich am Sonntagvormittag selbst ein Bild vor Ort zum Ausmaß des Feuers gemacht hatte, lobte am Montag die sehr gute Zusammenarbeit der einzelnen Feuerwehr-Einheiten aus Minden und den Nachbarkommunen sowie des THW bei der Brandbekämpfung. Er bedankt sich bei allen Beteiligten - auch bei den Fachleuten des LANUK, des Kreis-Umweltamtes und der Analytischen Task Force (ATF) - für den professionellen Einsatz.
Rückfragen bitte an:
Feuerwehr Minden
Telefon: 0571 8387 0
E-Mail: Leitung-Feuerwehr@minden.de
www.minden.de/112
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