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2026-04-21 08:50:38
Polizeiliche Kriminalstatistik des Polizeireviers Harz für das Jahr 2025
Anstieg der Aufklärungsquote (AQ) auf 63,7 %
Rückgang der Kriminalität um 10,4 %
Tageswohnungseinbrüche um 28,6 % rückläufig
Rückgang der Rauschgiftkriminalität um 30,8 %
Anstieg der Widerstände gegen Vollstreckungsbeamte um 12,7 %
Die Anzahl der vom Polizeirevier Harz im Jahr 2025 abgeschlossenen Fälle ging gegenüber dem Vorjahr auf 14.175 Fälle zurück (2024: 15.814). Dies entspricht einem Rückgang von 10,4%. Davon wurden 9.029 Fälle aufgeklärt (AQ 63,7%). Im Vorjahr lag die AQ bei 62,2%.
Aufgrund der Besonderheit, dass Halberstadt der Standort der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) des Landes Sachsen-Anhalt ist, werden mit der Einreise und dem Asylverfahren in Verbindung stehende Straftaten nach dem Aufenthalts-, Asyl- oder Freizügigkeitsgesetz auch überwiegend im Polizeirevier Harz registriert und bearbeitet.
Im Jahr 2025 machten die hier registrierten 1.954 Asyl-Straftaten einen Anteil von 13,8% an der Gesamtzahl der abgeschlossenen Fälle des Polizeireviers Harz aus (2024: 2.632, Anteil: 16,6%). Damit hat sich der Anteil dieser Straftaten im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig entwickelt.
Abzüglich der Asylstraftaten wurden im Jahr 2025 insgesamt 12.221 Straftaten und somit gegenüber dem Vorjahr (13.182) 961 Straftaten weniger registriert. Davon wurden 7.076 Fälle aufgeklärt (AQ 57,9%). Im Vorjahr lag die AQ der Straftaten ohne Asylstraftaten bei 54,7%.
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 6.537 Tatverdächtige ermittelt (4.787 männlich, 1.750 weiblich / 2024: 7.552).
Die Anzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger ging auf 2.519 Tatverdächtige zurück (2025: 3.292). Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an der Gesamtanzahl aller ermittelten Tatverdächtigen reduzierte sich damit um 5,1%-Punkte und betrug im Jahr 2025 38,5% (2024: 43,6%).
Aber auch hier ist der Besonderheit Rechnung zu tragen, dass im Zusammenhang mit der Erstaufnahme bekanntgewordene Asylstraftaten und damit diese Tatverdächtigen überwiegend im Polizeirevier Harz registriert werden. Abzüglich der im Zusammenhang mit den Asylstraftaten registrierten Tatverdächtigen betrug der Anteil der 698 nichtdeutschen Tatverdächtigen bei allen anderen Straftaten 14,8% (2024: 720/14,5%) und stieg damit sogar leicht an.
Aus der Personengruppe der Zuwanderer (Asyl/Flüchtling/Duldung/unerlaubter Aufenthalt) wurden insgesamt 559 Tatverdächtige gezählt (2024: 663). Den Großteil bildeten dabei Diebstahlsdelikte (214 Tatverdächtige; davon 181 Tatverdächtige bei Ladendiebstählen) und Körperverletzungsdelikte (132 Tatverdächtige).
Der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren (sogenannte Jungtatverdächtige) liegt bei 18,5% (1.210 Tatverdächtige). Im Jahr 2024 betrug dieser Anteil 18,8%. Von den unter 21-Jährigen wurden 221 Kinder (bis unter 14 Jahre), 495 Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) und 494 Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) als Tatverdächtige ermittelt.
Im Folgenden wird für das Polizeirevier Harz die Entwicklung der Fallzahlen ausgewählter Straftaten nach Deliktsgruppen dargestellt:
Erfasste Fälle in den
Deliktsgruppen/ausgewählte Straftaten
(Auszug aus der Gesamtstatistik)
2024
2025
erfasste Fälle
AQ
in %
erfasste Fälle
AQ
in %
Fälle gesamt
15.814
62,2
14.175
63,7
Straftaten ohne Asyl
13.182
54,7
12.221
57,9
Straftaten geg. das Leben
Totschlag und Töten auf Verlangen
fahrlässige Tötung
3
2
1
33,3
50,0
0
0
0
0
0
0
0
Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung
unter Gewaltanwendung/Abhängigkeit
darunter Vergewaltigung / sex. Nötigung
sexueller Missbrauch
darunter sex. Missbrauch von Kindern
262
100
23
53
32
88,2
87,0
65,2
83,0
87,5
267
69
17
38
22
91,0
87,0
88,2
92,1
90,9
Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit
Körperverletzungen
Raub / räub. Erpressung / räub. Angriff auf Kraftfahrer
2.462
1.556
62
90,4
91,1
62,9
2.500
1.562
64
89,5
90,0
78,1
Diebstahl insgesamt
Diebstahl von Kraftwagen einschl. unbefugte Ingebrauchnahme
Diebstahl von Fahrrädern
Diebstahl in/aus Kellerräumen pp
Diebstahl in/aus Wohnungen
davon Wohnungseinbruchsdiebstahl
und Tageswohnungseinbruch
Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen
Ladendiebstahl
4.273
59
519
264
211
130
28
550
934
31,9
15,3
7,5
12,5
24,2
13,1
25,0
11,6
86,6
3.937
63
418
214
156
127
20
479
783
29,8
14,3
7,7
3,7
20,5
12,6
5,0
9,2
88,1
Vermögens-/Fälschungsdelikte
2.224
41,5
1.545
61,9
sonstige Straftaten nach StGB
Brandstiftung
Sachbeschädigung
darunter Sachbeschädigungen durch Graffiti
Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte
3.328
94
1.332
204
63
57,1
42,6
31,4
21,1
100,0
3.343
61
1.507
210
71
56,9
32,8
26,6
11,0
100,0
Rauschgiftkriminalität
allg. Verstöße gegen das BtMG
unerlaubter Handel/Schmuggel von BtM
sonstige Verstöße gegen das BtMG
unerlaubter Anbau von BtM
Straftaten gem. § 34 KCanG
383
267
42
20
5
51
91,9
92,9
100,0
90,0
80,0
82,4
265
147
13
14
1
89
90,2
92,5
92,3
92,9
100,0
85,4
Umweltkriminalität
133
53,4
112
50,9
Straßenkriminalität (Straftaten im öffentlichen Raum)
1.868
23,7
1.895
21,6
Straftaten nach dem Aufenth.-/Asyl-/Freizüg.G
2.623
99,8
1.954
99,9
Diebstahlsdelikte als Bestandteil der Eigentumskriminalität bilden mit 27,8% weiterhin den höchsten Anteil der im Jahr 2025 abgeschlossenen Fälle ab (2024: 27,0%).
Die Anzahl der Fälle des Ladendiebstahls sank im Vergleich zum Vorjahr (2024: 934 Delikte) um 151 Fälle (-16,2%) auf 783 Delikte, wobei 690 Fälle aufgeklärt werden konnten, was einer AQ von 88,1% entspricht. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen in diesem Deliktsbereich betrug im Jahr 2025 41,2% und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr (2024: 35,3%) deutlich an.
Die Diebstahlsdelikte an/aus Kraftfahrzeugen nahmen mit 479 Fällen im Vergleich zum Vorjahr (2024: 550 Fälle) leicht ab. Der Rückgang der Fallzahlen beläuft sich auf 12,9%.
Die Anzahl der Fahrraddiebstähle nahm im Jahr 2025 wieder deutlich ab. Mit 418 registrierten Fällen waren das 101 Fälle weniger als im Vorjahr (2024: 519; 2023: 399), was einem Rückgang von 19,5% entspricht. Rund 80% dieser Delikte wurden hierbei für die Stadtgebiete Halberstadt, Wernigerode und Quedlinburg registriert.
2024
erfasste Fälle
2025
erfasste Fälle
Zunahme
Anzahl / in %
Halberstadt
189
152
-37 / -19,6
Wernigerode
138
128
-10 / -7,2
Quedlinburg
78
57
-21 / -26,9
Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte sanken die Fallzahlen im Jahr 2025 um 30,5% auf 1.545 Fälle (2024: 2.224 Fälle).
Bei den Cybercrimedelikten (Fälschung beweiserheblicher Daten, Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung; Datenveränderung, Computersabotage; Ausspähen, Abfangen von Daten einschl. Vorbereitungshandlungen und Datenhehlerei; Computerbetrug) sind die Fallzahlen in 2025 auf 229 Fälle deutlich gesunken (2024: 579 | -350 / -60,4%). Davon sind in 23 Fällen (2024: 123) entsprechende Ermittlungsverfahren wegen Ausspähen/Abfangen von Daten und in 202 Fällen (2024: 443) wegen Computerbetrugs eingeleitet worden.
Die Fallzahl im Deliktsbereich Sachbeschädigung nahm im Jahr 2025 mit 1.507 Fällen leicht zu (2024: 1.332 Fälle / +175 Fälle).
Sachbeschädigungsdelikte stellen damit einen Anteil von 10,6 % an der Gesamtkriminalität dar. Die Anzahl der Fälle von Sachbeschädigungen durch Graffiti ist von 204 Fällen im Jahr 2024 auf 210 im Jahr 2025 nur leicht gestiegen. Die 6 Fälle mehr im Jahr 2025 entsprechen einer Steigerung von 2,9%.
Beim Widerstand gegen Polizeivollzugs- und Vollstreckungsbeamte stieg die Fallzahl von 63 im Jahr 2024 auf 71 im Jahr 2025. Bei den im Jahr 2025 registrierten Fällen wurden insgesamt 118 Beamte Opfer von Angriffs- bzw. Widerstandshandlungen (90 männlich, 28 weiblich).
Im Berichtsjahr wurden durch das Polizeirevier Harz 265 Fälle (2024: 383 Fälle) im Bereich der Rauschgiftkriminalität abschließend bearbeitet.
Der Rückgang in diesem Deliktsbereich um 30,8% (-118 Fälle) beruht insbesondere auf der Einführung des Konsumcannabisgesetzes (KCanG). Den höchsten Anteil nahmen in den Vorjahren regelmäßig die allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) mit Cannabis ein. Im Jahr 2023 waren dies noch 221 Fälle und im Jahr 2024 noch 76. Im Jahr 2025 wurden keine Fälle mehr zu diesem Tatbestand abgeschlossen. Die nach dem Konsumcannabisgesetz (KCanG) registrierten Straftaten sind für das Jahr 2025 auf 89 zu beziffern.
Bezüglich der allgemeinen Verstöße mit Amphetamin und Crystal gab es im Jahr 2025 nur geringfügige Veränderungen. Allgemeine Verstöße mit Amphetamin gingen mit 72 Fällen (2024: 95) in die PKS ein. Bei den allgemeinen Verstößen mit Crystal waren es 59 Fälle (2024: 63).
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Polizeireviers Harz offenbart für das Berichtsjahr 2025 eine steigende Aufklärungsquote bei insgesamt rückläufigen Straftaten ohne Asylbezug. Gleichzeitig unterstreicht sie die Relevanz einer differenzierten Betrachtung einzelner Deliktsfelder, die eine fortgesetzte polizeiliche Aufmerksamkeit erfordern.
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